Veröffentlicht am: 3. September 2021
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Der Weg aus dem Leid – Der edle achtfache Pfad

Dieser Pfad zeigt uns ein praktisches und potentes Konzept zur absoluten Befreiung von Leid. Er dient dazu immer mehr Achtsamkeit, Aufmerksamkeit & Bewusstsein in alle einzelnen Lebensbereiche zu bringen. Das Ziel ist die Entwicklung hin zur Heilsamkeit & Vollkommenheit. Es gilt die Gründe für die menschliche Unzufriedenheit zu erkennen und sie zu entfernen bis hin zur permanenten Befreiung von allem Leid, welches den Menschen belastet. 

Beschreiten wir den edlen achtfachen Pfad können wir immer glücklicher werden und das Leid kontinuierlich mindern bis es verschwunden ist. Das entfacht unsere wahre und große Lebensfreude. 

1. Edle Erkenntnis/ Einsicht

Der allererste Schritt zu jeglichen Besserung oder Änderung beginnt mit dem bewussten Erkennen. Erst durch unsere klare Einsicht haben wir die Chance etwas zu ändern. Das kann man auch Erleuchtung nennen. 

Oftmals wird Erleuchtung verkehrt interpretiert, indem der Gedanke entsteht, man muss die Dunkelheit „besiegen oder bezwingen“… dabei geht es viel mehr darum das Licht anzuschalten ohne die Dunkelheit beseitigen zu wollen. Wie in einem dunklen Raum, dort würden wir ja auch nicht die Dunkelheit aus dem Raum tragen wollen, sondern wir schalten das Licht ein und die Dunkelheit verschwindet ganz automatisch.

Vollkommene Erleuchtung bedeutet das unser Geist stabil & klar ist ohne Enttäuschungen, Anhaftungen oder Ablehnung. Gleichzeitig verschwinden zwangsläufig kranke geistige Zustände wie Wut, Angst, Verlangen, etc. In einem dauerhaft stabilen, offenen & freien Geist wachsen Liebe, Freude & Mitgefühl ganz natürlich. 

Wir erkennen die grundlegende & wahre Natur von Dingen ohne sie durch unseren persönlichen Filter sehen zu müssen.

2. Edles Denken/ Gesinnung – Rechtes Denken, rechte Motivation, rechte Haltung

Du musst dir der Vergänglichkeit aller Dinge bewusst sein. Seien es Schwierigkeiten & Hindernisse, Situationen oder Begegnungen. All das sind vergängliche Momente im Fluss des Lebens. Es spielt auch keine Rolle, ob diese Dinge positiv oder negativ sind, denn, sobald wir versuchen etwas festzuhalten oder uns anzuhaften wird Schmerz und Leid entstehen! Lass alles so wie es ist. Durch das edle Denken wird kein Leid erzeugt. 

Leidhafte Erfahrungen des Denkens: Verwirrung & Ablehnung, Zorn & Hass, Begehren, Lust.

Natürlich gibt es einen Weg diese Geisteszustände zu beseitigen – durch die 4 Betrachtungen.

1. Die Betrachtung des Atems: Durch das Betrachten des Atems schafft man wieder Klarheit im Geist. Wir konzentrieren und sammeln dadurch unseren Geist.

2. Die Betrachtung des Mitgefühls: Durch das Lenken der Aufmerksamkeit auf das Mitgefühl enthüllen wir die Ursachen für Zorn und Hass. In uns und in Anderen.

3. Die Betrachtung der Vergänglichkeit: Durch die bewusste Wahrnehmung der Vergänglichkeit erkennen wir das Kommen-&-Gehen, das Werden-&-Vergehen aller Erscheinungen im Leben.

4. Die Betrachtung des Todes: Alle Erscheinungen sind letzten Endes dem Tod geweiht. Eine wahre in Kenntnisnahme dessen schafft Ernüchterung in allen Wertungen.

Die vier unermesslichen Tugenden des Denkens: Liebende Güte, Mitgefühl, Mitfreude & Gleichmut.

Durch diese Tugenden wird der Mensch zur Quelle des Glücks und der Lebensfreude.

3. Edle Rede

Alles von Dir gesagte/geschriebene sollte von bewusster Nicht-Unterscheidung, Unvoreingenommenheit, Verstehen & Mitgefühl begleitet sein. Durch die edle Rede kann Heilung bei allen Beteiligten entstehen aber die falsche Rede erschafft Leiden. 

– Sprich wahrhaftig & ohne Lügen.

– Sprich mit nur einer Stimme & nur einer Zunge.

– Sprich mit Respekt & ohne Beleidigung. 

– Sprich genau ohne Übertreibung oder Ausschmückung. 

Es ist Deine Verantwortung alle Deine Bilder & Worte durch den Filter der edlen Anschauung gehen zu lassen. Was lösen meine Worte & Tonlage aus? Wann soll Ich schweigen?

4. Edle Handlung

Deine Handlungen sollen einen bewussten & verstärkten Fokus auf Heilsamkeit aufweisen. Es wird auf alle Handlungen verzichtet, welche Leid verursachen und das bei allen Lebewesen! 

– Nicht töten!> Du sollst sanft & mitfühlend Handeln.

– Nicht stehlen!> Du sollst ehrlich sein. 

– Nicht sexuell missbrauchen!> Du sollst alle ehelichen Bindungen respektieren.

Im Sanskrit bedeutet das Wort „Karma“ so viel wie „Handeln“ und das wiederum definiert der Buddhismus folgend: Eine Handlung kann auf einer oder mehreren der 3 Ebenen erfolgen I. Körper II. Rede III. Geist und wir handeln in jeder Sekunde unseres Lebens. 

Edle (Körperliche)Handlung ist unser Ausdruck des Ideals von Liebe & Verstehen. Gleichzeitig führt sie uns zu & erleichtert den edlen Lebenserwerb. Dies ist unsere Beschäftigung die kein Leid erzeugt, weder bei uns noch bei anderen. Diese Art von Lebenserwerb führt uns wiederum zu großem Wohlbefinden & einem glücklichen Leben. 

Nur mit Achtsamkeit können wir die zusammenhänge sowie Unterschiede von rechtem & falschem Handeln erkennen.

5. Edle Lebensführung/ edler Lebenserwerb

Verdiene deinen Lebensunterhalt auf rechte Art & Weise, ohne jemandem zu schaden! 

Verzichte auf falschen Handel!> Handel mit Waffen, Wesen, Fleisch, berauschende Mittel oder Gift. Sei dir bewusst, dass dein Handeln immer zum großen ganzen beiträgt. Leiste deinen Beitrag und helfe dabei anderen ihren Beitrag zu leisten. Was Du auch tust, habe diese innere Haltung: Aufrichtig, fürsorglich, präsent, liebevoll & großzügig. Tue alles so gut wie Du kannst.

6. Edles Streben/ edles Bemühen

Eine wahrhaftige Bemühung unheilsame Zustände wie Sinneslust, Ärger, Dumpfheit, Aufregung & Verwirrung, welche die Konzentration stören, zu entfernen. 

Wahrhaftiges bemühen heilsame Zustande wie geistige Klarheit, Wachheit, Energie, Freude, innere Ruhe & Gleichmut zu kultivieren. 

– Schütze Dich vor Zuständen wie Wut, Angst & Verlangen.

– Wenn der Schutz nicht klappt, dann lass es nicht eskalieren.

– Strebe nach der Entwicklung folgender Qualitäten als Gegenmittel: Liebe, Mitgefühl, Weisheit, Geduld, Offenheit & Großzügigkeit. 

Der leidvolle Zustand emotionaler Verblendung: Sei Dir bewusst, dass bei Zorn oder Angst unser Körper von Stresshormonen geflutet wird. Diese verändern die Wahrnehmung, das Denken & lassen Situationen bedrohlicher wirken als sie sind. Gleichzeitig wird der Körper in den Überlebensmodus gedrängt, welcher Flucht,- oder Angriffshandlungen triggert. Nach dem Abbau dieser Hormone sieht man wieder klarer.

Edles Streben wird immer von Spaß begleitet. Das bedeutet als Begründung deiner Handlungen  ist ein „weil es mir gefällt“ absolut und in jeder Hinsicht ausreichend! Wenn die Praxis einer Handlung keinen Spaß macht, wird sie Mühevoll.

7. Edle Achtsamkeit

Du sollst in jedem Moment voll anwesend sein. Verliere Dich nicht in der Zukunft oder der Vergangenheit. Die hohe Kunst ist es Moment für Moment achtsam zu sein. 

Sei auch sehr achtsam zu Dir Selbst. Der Körper ist ein komplexes & hochwertvolles Werkzeug, welches uns durch das Leben trägt. Kommt nur ein Vorgang oder Prozess aus dem Gleichgewicht, verändert sich auch die Fähigkeit in der Welt zu wirken. Fehlt uns Beispielsweise nur ein kleines Vitamin oder Mineral schwindet unsere Konzentrationsfähigkeit oder wir werden launisch. 

Achtsamkeit ist die Energie des Moments. Durch Achtsamkeit bringen wir den Geist in den Körper zurück. Nur so sind wir in der Lage wahrhaftig Präsent zu sein, uns wirklich lebendig zu fühlen & haben die Möglichkeit die Wunder des Lebens zu berühren. Wir sind uns gewahr, was in uns geschieht… unseres Glücks sowie Leids. Achtsamkeit Hilft uns damit umzugehen und befähigt uns für das Glück in der Welt zu wirken. Wenn Du Deine Achtsamkeit lebendig auf ein Objekt halten kannst bist du natürlich darauf konzentriert (Objekt des Geistes). Je konzentrierter, desto achtsamer, diese Energien unterstützen sich. 

Sind Achtsamkeit & Konzentration stark genug wird sich Einsicht entwickeln. Einsicht ist Erleuchtung, ist Verstehen. „Feier mit deinem Atem die Lebendigkeit“

Durch Achtsamkeit, Konzentration & Einsicht erlangen wir Kontrolle und können frei entscheiden. Das erweckt Frieden, Liebe, Harmonie & Mitgefühl.

8. Edle Sammlung/ Konzentration

Konzentriere deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf ein Objekt oder eine Aufgabe. Mit Hilfe von Meditation kultivieren wir diese wertvolle Fertigkeit in uns. Durch die „Sammlungs-Meditation“ auf ein Objekt (Kerze, Blume, Atem…) wird der Geist ruhig und wir kommen in Kontakt mit unserer ursprünglichen & natürlichen Klarheit des Geistes. Jenseits unseres rationalen Denkens, unserer Meinungen & Sichtweisen über die Welt & uns. DAS ist nicht intellektuell fassbar, sondern nur durch Meditation erfahrbar, denn dabei ist der Geist im Moment gesattelt und nicht im Gestern/Morgen abgedriftet, führt Selbstgespräche oder sorgt sich. 

Die Natur unseres Geistes ist die Buddha-Natur (Klar-Offen-Erleuchtet) ob wir das erkennen oder nicht spielt keine Rolle. Leider haben die meisten von uns keinen Zugang  mehr aber durch Mediattion können wir uns erinnern. 

Edle Konzentration bedeutet auch unbeteiligtes Beobachten und ohne Nahrung kann die Frucht des Leidens nicht wachsen. 

Gedanken folgen nicht deinem Willen, sie haben ein Eigenleben und werden genährt von deiner Aufmerksamkeit.  Dann senken sie ihre Wurzeln tief in unsere Ängste. Durch die reine Beobachtung nehmen die Gedanken ohne Nahrung ab und wir können im reinen Bewusstsein ruhen. Das geht aber nur, wenn dein Körper, dein Atem und deine Gefühle beruhigt sind. Die unbeteiligte Bewusstheit im Gedankenstrom und die bewusste Beobachtung des Atems stärkt die Konzentration. 

Konzentration hilft uns bei der Bewusstwerdung der wahren Natur der Wahrnehmung. Die 5 Formen der Wahrnehmung: Empfindungen, Gefühle, Gedanken, Willensakte, Bewusstheit. Das sind die fünf Flüsse in denen niemals etwas dauerhaft oder selbstständig existiert wie das Selbst. Das Selbst ist dauerhaft & selbstständig.

Meditiere über diese 5 Formen der Wahrnehmung. Beobachten wir diese, wie sie in uns auftauchen, würden wir die erstaunlich enge Verbindung zwischen uns und den Erscheinungen des Universums erkennen. 

Unsere Gefühle sind die reine Form des Leids. Gefühle entstehen durch Gedanken. Wenn wir den Ursprung von Gefühlen in den Gedanken erkennen, haben wir auch die Unbeständigkeit erfasst. Gefühle & Gedanken entstehen & vergehen.. so wie alle geistigen und konkreten Erscheinungen. Begegne dem allem mit wachsendem Gleichmut. 

Der Geist ist die Gesamtheit unserer Gedanken, Gefühle, Empfindungen, & anderer geistiger Akte. Edle Konzentration ist das unbeteiligte Beobachten dieser Zustände. 

Die Natur der Geistes ist Leere und die Natur des Körpers ist die Ruhe.

Namaste

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